Verortung unmöglich?

Ein Audiofeature über den Günter Peter Straschek Nachlass
von Simone Nowicki


Zum Projekt


Auditive Akten werden geöffnet.


Je nachdem wen man fragt, war Günter Peter Straschek ein linksradikaler Filmemacher, ein besessener Sammler, ein Einzelgänger oder schlichtweg ein Chaot – vor allem aber ist er ein fast vergessener Name. Dabei war er einer der ersten Chronisten des deutschen Kinos, welcher umfangreich zur Emigration von Filmschaffenden aus Nazi-Deutschland forschte. Doch seine Sammelwut ließen ihn schnell die für das Projekt wichtige Distanz zu seinem Forschungsthema verlieren.


13 Jahre nach dem Tod von Günther Peter Straschek möchte das Audiofeature Verortung unmöglich? Strascheks ausufernde Sammelwut von unbekannten Filmemigrant*innen-Daten narrativ in ein Stimmengewirr von Flucht- und Migrationserfahrung verweben, um dessen zeitgeschichtliche Relevanz einem breiten Publikum auditiv erfahrbar zu machen. Denn in den archivtheoretischen Handbüchern, sowie Internetseiten wie der GND wird meistens nur die gesellschaftliche Bedeutung und Praxis des Archivs selbst verhandelt, nicht jedoch über die diversen Zustände, Motivationen und Interessen seiner menschlichen Teilnehmer*innen diskutiert.


Verortung unmöglich? ist bei allen gängigen Podcastanbietern (wie Acast und Spotify) on Demand abrufbar.


Das Audiofeature Verortung unmöglich? wurde produziert im Rahmen der Tage des Exils 2022.


Eine Initiative der Körber-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek. Das Feature ist Teil des Wettbewerbs für den Claus-Dieter Krohn Preis für die Vermittlung von Exilforschung, welcher von der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung kuratiert und ausgezeichnet wird.


Der umfangreiche Nachlass von Günther Peter Straschek wird im Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main aufbewahrt.


Logos der Körber-Stiftung, des Deutschen Exilarchivs der Deutschen Nationalbibliothek, der Weichmann-Stiftung und von hr2 Kultur

Das Team


Buch, Regie, Produktion: Simone Nowicki


Sounddesign und Aufnahmeleitung: Ina Schimetschka


Musik: Jacob LaVallee


Foley: Simone Nowicki


Mit Stimmen von: Theater Mienenspiel Mainz


Literatur und Stimmenverzeichnis


Straschek, G.P. (1974) Straschek 1963-74. Filmkritik, 18(8), 339–391.


Klages, I. (2018) Abgemeldet nach Theresienstadt. HIER UND JETZT, Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König. S.263–266.


Domin H. 1998: Abel steh auf. reclam


Ernst, W. (2002) Das Rumoren der Archive.
Berlin: Merve Verlag.


Kundera, M. (2001) Das Buch vom Lachen und Vergessen.
München: dtv.


Farge, A. (2011) Der Geschmack des Archivs.
Göttingen: Wallstein.


Foucault, M. (2001a) Das Leben der infamen Menschen.
Berlin: Merve Verlag.


Seghers, A. (2018) Transit. Berlin: Aufbau Verlag.


Friedrich, J. (Hrsg.) (2018a) HIER UND JETZT. [Online].
Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König.


Nowicki, S. (2022) Verzettelt. In: Johannes Praetorius-Rhein, Lea Wohl Von Haselberg (Hrsg): Einblendungen. Elemente einer jüdischen Filmgeschichte der Bundesrepublik.



Herzliche Danksagung





Simone Nowicki

Wer nicht erzählt, kehrt nicht heim




Simone Nowicki, geboren 1993 in Worms, arbeitet am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Aufgrund ihres eigenen jüdisch-polnischen Familienhintergrunds bezieht sich ihr akademischer und künstlerischer Schwerpunkt vor allem auf das interdisziplinäre Feld der Zeugenschaft in Verbindung mit einer kritischen Reflexion der dialektischen Begriffe von Heimat, Identität und Exil. Zurzeit arbeitet sie im Rahmen des Projekts Mapping German Film Migration von Dr. Imme Klages und Prof. Dr. Alexandra Schneider-Hediger als Assistant-Researcherin am Günter Peter Straschek Nachlass im Exilarchiv der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Mit den Produktionen ihrer Livehörspielgruppe Mienenspiel arbeitet  sie als Geräuschemacherin und Foley-Artistin auf und neben der Bühne, sowie mit Sprecher*innen wie u.a. Oliver Rohrbeck, Klaus Krückemeyer und Detlef Bierstedt zusammen. Simone Nowicki stellt alle ihre Geräusche selbst in ihrem Sound-Atelier her und vertont diese im Tonstudio oder live auf der Bühne vor Publikum. Diese auditive Eigenständig- bzw. Unabhängigkeit verschaffte ihr 2020 ihre erste Klang-Raum-Installation in Kooperation mit der Ausstellung Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand im Museum der Arbeit in Hamburg. Aktuelle Klang-Projekte beinhalten auditive Kollaborationen mit dem Arolsen Archives, sowie den Preußischen Museen zu Berlin.


Kontaktieren Sie uns gerne über Mail kontakt@simone-nowicki.org

Weitere Informationen finden Sie über Linktree oder www.simone-nowicki.online.

Logo von Tage des Exils Frankfurt mit halbseitig gezeigtem und übermaltem Frauenkopf